Statement

Stefan Baltensperger_ Januar 2009

 

Aus einem inneren Antrieb heraus, den ich nicht benennen kann, entstehen Ideen, die bevor ich sie überhaupt auszusprechen vermag eine gewisse Dimension erreichen müssen. Teilweise schleppe ich sie Jahre mit mir herum. Und wäre ich nicht ein ausnahmsloser Optimist, würde ich sagen sie seien quälender Natur. Am Punkt, an dem sie für andere sichtbar werden, sind sie für mich noch lange nicht klar ersichtlich. auch stimmt es nicht, dass die innere Logik eines Werkes sich während des Prozesses durch das Werk selbst ergibt. Es kann sein; jedoch habe ich „Dinge“ gemacht, die ich erst bei der übernächsten „Produktion“ verstehen lernte. Ich wünschte ich könnte sagen, welcher Teil des Prozesses der mühsamste ist. Der, wo ich „Dinge“ mache deren Bedeutung ich nicht weiss, oder wo ich sie vor mir habe und noch immer nicht begreife.

Es versteht sich von selbst, dass eine stilistische Festlegung, sowohl inhaltlich als auch formal,  der Tod mancher Ideen wäre. Die Wahl des Mediums sehe ich inhaltlich als massgebender Entscheid.

Ich kann vom Glück reden, dass ich erkannt habe, welche Themen mich von meiner ersten Arbeit an begleiten.

Weil ich die Gesellschaft in der ich lebe nicht nur hinterfrage, sondern auch den Willen habe sie mit zu gestalten, führen meine Werke immer wieder zu den Thematiken Gesellschaft, Kultur und Identität.

In meinen Arbeiten untersuche ich Fragmente der „Kulturidentität“, um eine neue Sicht auf diese zu ermöglichen. Ich generiere kulturelle Identität, indem ich bestehende Prozesse entfremde, neu definiere oder eine Behauptung über ihre Existenz aufstelle.